Kloster St. Franziskus von Zadar
Kroatien
Das Kloster St. Franziskus in Zadar ist ein römisch-katholisches Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert. Es entstand aus dem Hospiz des Abtes St. Antonius im Westen der Stadt, wo der Legende nach der heilige Franz von Assisi während seines Aufenthalts in Zadar Zuflucht suchte, als er 1212 auf seinem Weg ins Heilige Land „von den Winden abseits des slawonischen Bodens“ verweht wurde.
Die Kirche ist die älteste gotische Kirche Dalmatiens. Der Bau des heutigen Klosters begann 1249 und wurde Ende des Jahrhunderts abgeschlossen. Dabei entstanden die Kirche, die Sakristei, die Klosterflügel und der ursprüngliche Kreuzgang. Ein wichtiges typologisches Merkmal der Kirche ist ihr dreiphasiger Rückbau, den Experten mit der gotischen Architektur der Franziskaner und Dominikaner aus Umbrien und Venetien im 13. Jahrhundert in Verbindung bringen.
Die Sakristei, in der 1358 der Frieden von Zadar unterzeichnet wurde, diente zugleich als Kapelle des Heiligen Ludwig und als Kapitelsaal. Ihre bedeutende Umgestaltung, einschließlich der Ausstattung des Chors und des Altarraums, erfolgte Ende des 14. Jahrhunderts, als das Generalkapitel in Köln das Kloster 1393 zum Sitz der Franziskanerprovinz St. Hieronymus für Dalmatien erklärte. Der Wiederaufbau des Chors wurde Mitte des 15. Jahrhunderts mit der Errichtung des Podiums von Giorgio da Sebenico an der Stelle des mutmaßlichen früheren Geländers abgeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Sakristei durch Bombenangriffe schwer beschädigt und stand kurzzeitig leer. Nach dem Krieg wurde sie wiederaufgebaut und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt, wobei in den Jahren 1962, 1963, 1977 und 1980 weitere umfangreiche Eingriffe erfolgten. Sie beherbergt eine reichhaltige Gemäldegalerie sowie eine Sammlung von Kodizes und Pergamenten.




