Henriques’ Palast
Portugal
Der Paço dos Henriques (Henriques-Palast), der sich heute im Besitz des portugiesischen Staates befindet und seit 1993 als Gebäude von öffentlichem Interesse eingestuft ist, gehörte den letzten Herren der Stadt Alcáçovas. Der Überlieferung und dem lokalen Glauben zufolge war er einst ein königlicher Palast, der im 14. Jahrhundert von König Dom Dinis von Portugal in Auftrag gegeben wurde.
Dieser Ort gilt als Ort des Friedens, da hier der Vertrag von Alcáçovas-Toledo (auch bekannt als Frieden von Alcáçovas) unterzeichnet wurde. Dieser beendete den Erbfolgekrieg von Kastilien (1475–1479), in dem Alfons V. von Portugal auf den kastilischen Thron und König Ferdinand von Kastilien auf den portugiesischen Thron verzichtete. Dieser Vertrag regelte auch einige Probleme im Zusammenhang mit den im Atlantik entdeckten „neuen Gebieten“ und teilte sie formell zwischen Portugal und Kastilien auf.
Dies erklärt, warum dieses Gebäude nicht nur für die Geschichte von Alcáçova, sondern auch für Portugal und die ganze Welt so wichtig und symbolträchtig ist.
Zum architektonischen Komplex gehören außerdem der Muschelgarten und die Muschelkapelle, Orte von einzigartiger Schönheit, die der Kunst des „Embrechados“ (einer Technik der dachziegelartigen Anordnung von Elementen) zu verdanken sind und im 17. Jahrhundert erbaut wurden. Verwendet wurden dabei 26 verschiedene Muschelarten, Kraak-Porzellan (chinesisches Porzellan), portugiesische Fayence und Muranoglas.




